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Vergiftungen

Schimmelpilze ernähren sich von organischem Material. Dabei bringt ihr Stoffwechsel eine Vielzahl chemischer Verbindungen hervor, die teilweise leicht flüchtig sind und an die umgebende Luft abgegeben werden (MVOC - "Mycrobial Volatile Organic Compounds). Der Geruch dieser Substanzen kann beim Auffinden eines nicht offen sichtbaren Schimmelbefalls helfen (Schimmelspürhunde). Inwieweit MVOC oder einzelne Vertreter der MVOC in den üblicherweise vorliegenden Konzentrationen toxisch sind, ist nicht im Einzelnen geklärt.

Eindeutig giftig sind dagenen die Mykotoxine, die von etwa 350 Schimmelpilzarten und auch von diesen nur unter bestimmten Bedingungen gebildet werden. Etwa 400 verschiedene Mykotoxine sind bekannnt, die unterschiedlichste Erkrankungen bis hin zu verschiedenen Krebsarten (z. B. Leber, Speiseröhre) auslösen. Die von Mykotoxinen verursachten Erkrankungen werden als Mykotoxikosen bezeichnet. Es ist aber zu beachten, dass letztlich auch die von Schimmelpilzen produzierten Antibiotika als Mykotoxine anzusehen sind.

Obwohl bisher in erster Linie mit der Nahrung aufgenommene Toxine untersucht wurden, ist es wahrscheinlich, dass zumindest einige MVOC den Mykotoxinen zuzurechnen sind. Das bedeutet, dass Mykotoxikosen auch durch das Einatmen von Stoffwechselprodukten der Schimmelpilze denkbar sind. Bekannt ist außerdem, dass an Sporen anhaftende Mykotoxine über die Atmung in den Organismus gelangen und dass einige Mykotoxine auch über die Haut aufgenommen werden können. Deshalb müssen bei der Schimmelpilzsanierung unbedingt entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden (Atemschutz, Handschuhe, Schutzkleidung, Schutzbrille).

Mykotoxine sind Produkte des Sekundärstoffwechsels der Schimmelpilze, d. h. sie werden erst in einer relativ späten Wachstumsphase, bevorzugt auf nährstoffreichen Substraten und nur unter bestimmten Randbedingungen gebildet. Die notwendigen Umgebungsbedingungen können je nach Pilz sehr unterschiedlich sein und müssen nicht mit den idealen Wachstumsbedingungen übereinstimmen. Gebildete Mykotoxine werden häufig in das Substrat abgegeben, sie können aber auch an Mycelien oder Sporen haften.

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